Israel im Ausnahmezustand

Israel hat das Parkhaus des Mamilla-Einkaufszentrums in Jerusalem in ein Krankenhaus umgebaut. Leicht-Corona-Kranke werden derzeit in Hotels eingeliefert. Die restliche Bevölkerung Israels wurde zu „Hausarrest“ aufgefordert, nur das Notwendige darf in Supermärkten, wie auch bei der Post und Apotheken, noch besorgt werden. Ab 20 Uhr abends keinen öffentlichen Verkehr und am Freitag und Schabbat ganz eingestellt.

Treffen über 10 Personen sind verboten. „Überwachungstechnik“, die normalerweise von Beth Shin Geheimdienst für den Kampf gegen den Terror benutzt wird, soll nun für Zivilisten eingesetzt werden. War man zu nah an einem Infizierten, erhält man eine Meldung: „Wir bitten Sie, sich sofort zu melden und in Heim-Quarantäne zu gehen“.

Verantwortliche in Israel befürchten, dass die Lage bald ausser Kontrolle geraten könnte, da die Ultra-Orthodoxen den Ernst der Lage nicht verstehen. Es hat sich gezeigt, dass sich das Virus besonders schnell in den Stadtteilen und Gemeinden von Ultra-Orthodoxen verbreitet. Im Vorort in Telz-Stone (neben den Fernsehstudios) wurde beispielsweise fast jeder vierte Einwohner isoliert, und die Regierung hat über eine vollständige Sperrung der Gemeinde nachgedacht.

Mehrere prominente rabbinische Führer in Israel kündigten Anfang dieser Woche an, dass sie die Regierungsrichtlinien nicht einhalten würden, und erklärten, dass ihre Schulen und Jeschiwas offen bleiben würden. Sie haben eine begrenzte Klassengröße von 10 Schülern, ein Kompromiss, der nach Verhandlungen mit der Übergangsregierung von Netanjahu erzielt wurde.

Hochzeiten werden trotzdem abgehalten. Laut dem Haredi-Nachrichtenportal Kikar Hashabbat hatten die Rabbiner die Hochzeit mit der Begründung genehmigt: „Es ist bekannt, dass bei einer Feier der Gerechten kein Schaden entstehen kann„.

In der Innenpolitik wurde zum ersten Mal in der Geschichte Israels die 23. Knesset im leeren Parlamentssaal und vor leeren Stühlen eingeschworen, es waren nur die zwei Kandidaten Benjamin Netanjahu und Benny Gantz da; es fand im Beisein des Staatspräsidenten Rubi Rivlin und des Knesset-Sprecher Edelstein statt. Einige Israelis hoffen, dass nun eine Not-Einheitsregierung gebildet wird. Trotz des klaren Wahlsieges von Netanjahu (36 gegen 32) am 2. März wurde dennoch dem ehemaligen General Benny Gantz von Staatspräsident Rivlin die Aufgabe zur Koalitionsbildung übergeben. Nun hat er 28 Tage Zeit dafür. Laut den meisten Experten wird es zu einer Einheitsregierung mit Rotationsamtszeiten führen, wahrscheinlich zuerst 2 Jahren mit Netanjahu, dann mit Gantz.

https://www.obrist-impulse.net/israel-im-ausnahmezustand/

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