Grabeskirche war drei Tage geschlossen

„Die Schließung der Grabeskirche war grob fahrlässig“. Mit deutlichen Worten kritisiert der Rektor des Österreichischen Hospizes in Jerusalem, Markus Bugnyar, den Protest mehrerer Kirchen im Streit mit den israelischen Behörden. Im Gespräch mit Vatican News begründete der Jerusalem-Kenner am Mittwochmittag sein Urteil. „Diese Maßnahme ist nicht nur unverhältnismäßig, sondern wird längerfristig den kirchlichen Interessen im Heiligen Land schaden – selbst wenn die israelischen Behörden für den Moment den Forderungen nachgeben sollten.“ „Pilger in Geiselhaft zu nehmen“ und sie von der wichtigsten Kirche der Christenheit „fernzuhalten, um ein fragiles Steuerparadies zu prolongieren, ist keine besonders inspirierte Leistung“. „Eine reiche Kirche war noch selten irgendwo auf der Welt ein Grund, um für sie auf die Barrikaden zu gehen.“ Aus Sicht Bugnyars ist die aus osmanischer Zeit stammende Steuerfreiheit aller Kirchengemeinschaften ein „weltweit einzigartiges Privileg“.
 
Bugnyar verweist auf den seit Jahren in Verhandlung stehenden, jedoch bis dato nicht unterzeichneten Grundlagenvertrag zwischen der katholischen Kirche und Israel. Dem Vernehmen nach, so Bugnyar, werde eine Einigung vorsehen, dass „kirchenbezogene Tätigkeiten“ weiterhin steuerbefreit sind, für „rein erwerbsbezogene Tätigkeiten“ kirchlicher Einrichtungen aber Steuern anfallen.
 
Aus Protest gegen israelische Gesetzesplanungen und Steuerforderungen hatten die Kirchenverantwortlichen die Pforte der Grabeskirche für drei Tage zugemacht. Jetzt ist sie wieder offen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu will ein Team von Experten einsetzen, die eine Lösung für die geplanten Steuerforderungen Jerusalems finden soll.
 
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